Presse - 02.11.09
Unterwasserwelt in der Eberner Kaserne
DLRG-Einsatztaucher in Aktion
Ein Wartungsmangel an einem Wasserfilter ist die Ursache, dass die drei Luftschutzbunker eines
Kompaniegebäudes bis an die Decke mit Oberflächenwasser vollgelaufen sind. Diese Bunker liegen
noch unter den Kellerräumen des Gebäudes und sind jeweils mit bis zu 120 m³ klarem Wasser gefüllt.
Der Versuch der Eberner Feuerwehr das Wasser mit einer Pumpleitung über den Gebäudeeingang
abzupumpen,
hat sich als sehr schwierig erwiesen. Jeder Bunker verfügt allerdings auch über einen
Notausgang im
Kaserenengelände, über diesen man das Wasser viel leichter abpumpen kann.
Diese Schächte der
Notausgänge sind allerdings auch mit Wasser gefüllt und in einem Kriechgang
durch zwei Eisentüren
verriegelt.
Die Anfrage der Stadt Ebern durch Dieter Gerstenkorn an die DLRG-Ebern, ob sie hier mit
Tauchern das
Problem lösen könnte, ergab gleich eine Zustimmung durch den OV-Vorsitzenden
Rudi Rath, denn die
DLRG-Ebern ist ein Mitglied des Katastrophenschutzes und hat im
Verband auch einen Tauchtrupp mit
erfahrenen Einsatztauchern die dem DLRG Ortsverband Gochsheim angehören, welche hier eine gute
Gelegenheit sahen, eine Tauchübung in einer nicht alltäglichen Art durchzuführen.
Die Koordination des gemeinsamen Einsatzes von den Tauchern aus Gochsheim und der
Feuerwehr Ebern
lag in den Händen von Rudi Rath und hat während des Einsatzes zu
einem perfekten Zusammenspiel unter den Akteuren geführt.
Ohne die präzise Vorarbeit
der Feuerwehrleute von Simon und Anton Gerstenkorn, sowie Christoph Ebert,
die als
erstes mit der Kettensäge das störende Gehölz entfernten mussten und dann die oben
verschlossenen
Notausgänge mit Trennschleifern öffneten, dann die Taucher mit Seilwinden
und Werkzeugen unterstützten,
wäre der Zugang zu den Bunkern nicht möglich gewesen.
Die drei schon „mit allen Wassern gewaschenen“ Tauchern unter Führung von Ralf Pfister
aus Gochsheim,
gingen vorsichtig und mit bedacht an ihr Werk, denn sie mussten in einem
nur mannsbreiten und ca. 5 Meter
tiefen überfluteten Schacht hinabsteigen, um dann zwei
verriegelte Eisentüren die versetzt in einem Kriechgang
waren, mit Seilwinde und
Vorschlaghammer öffnen. Der Taucher war zwar mit einer Telefonleitung und einer
Rettungsleine nach oben verbunden, doch bei einem Unfall wäre eine Bergung in diesem
engen Schacht nur
schwer möglich gewesen. Die Türen der drei Bunker konnten alle
geöffnet werden und für die Feuerwehr
als Zugang für ihre Tauchpumpe bereit gestellt
werden. Mit dem, dass nun keine Gefahr mehr durch Druckunterschiede
in den überfluteten
Räumen bestand, konnten die Taucher die Unterwasserwelt der noch voll eingerichteten
Luftschutzbunker erkunden und Orientierungsübungen in dem absolut dunklen und
verwinkelten Gebäudeteil
verrichten.
Nachdem sich Stadtrat Dieter Gerstenkorn recht herzlich im Namen der Stadt Ebern für
den ehrenamtlichen
Einsatz bei allen Akteuren bedankt hatte, gab es im DLRG-Heim, bei
einer guten Brotzeit, von Klaus Dinkel
bereitet, noch eine Nachbesprechung über die
gelungene Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der DLRG.
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